Wanda Wiłkomirska

Eine legendäre Violinistin

15. Dezember 2020

Biografie

Wanda Wiłkomirska führte ein faszinierendes Leben auf der einen und anderen Seite des Eisernen Vorhangs und auf mehreren Kontinenten. Bis zu 164 Konzerte gab sie jährlich. Gehen wir gemeinsam auf die Reise durch Wandas Leben!

Biografie


Zeitleiste

Jolanta Wanda Wiłkomirska wird in Warschau als Tochter von Alfred Wiłkomirski und Dorota Temkin in eine musikalische Familie geboren. Hier die ersten Fotos von Wanda: mit ihrer Mutter 1930 und mit ihrer Schwester 1931.

Kindergarten

Im Alter von 5 Jahren beginnt ihr Vater Wanda Violinunterricht zu geben. Foto nach einem Konzert im Kindergarten 1934.

Test Bild

Ihren ersten Wettbewerb im Ausland meistert Wanda 1946 in Genf. Im Jahr darauf schließt sie ihre Violinstudien in Łódź bei Irena Dubiska ab. Es folgen Studien in Budapest bei Ede Zathureczky und Paris bei der Legende Henryk Szeryng. Preise bei internationalen Wettbewerben wie dem Wieniawskiwettbewerb 1952 manifestieren ihr überragendes Talent. Im selben Jahr heiratet sie Mieczysław Rakowski. Sie wird Solistin der 1955 wiederaufgebauten Warschauer Nationalphilharmonie, eröffnet diese feierlich und reist mit dem Orchester auf ihre ersten Tourneen. So kommt sie auch 1961 nach New York....

Wanda 1961

Mit dem Carnegie-Hall Debüt im Januar 1961 begann eine einzigartige Laufbahn. Dort wurde sie vom Impressario Sol Hurok entdeckt. In den 60ern und 70ern konzertierte Wanda auf der ganzen Welt und machte sich in den höchsten Kreisen einen Namen. Über 100 Konzerte spielte sie pro Jahr.1968 begann ihre LP-Diskografie bei 'Connoisseur Society' in New York. In Polen nutzte sie ihre Prominenz, um sich für die Opposition stark zu machen. 1977 folgte die Trennung von ihrem Mann, der in der kommunistischen Partei Karriere machte.

Wanda 1982

Mit der Ausrufung des Kriegszustandes ging das kommunistische Regime gegen die eigenen Bürger vor. Für Wanda war diese Entwicklung nicht hinnehmbar. 1982 wurde ihr die Ausreise überraschend für Konzert ins Rheinland erlaubt, wo sie anschließend blieb. Ihren polnischen Pass gab sie zurück und beantragte erfolgreich den Deutschen. Bis zum Tod sollte sie deutsche Staatsbürgerin bleiben. Schon 1983 wurde ihr eine Professur in Mannheim angeboten, womit ihre lange pädagogische Karriere begann.

Wanda 1982

Nach dem Erfolg der Solidarność, dem Fall der Mauer und der Auflösung des Ostblocks kehrte Wanda künstlerisch wieder nach Polen zurück und wurde mit offenen Armen empfangen. Es hagelte positive Kritiken nach dem Jahrzehnt der Abstinenz in polnischen Konzertsälen. In Mannheim blieb Sie bis zur Pensionierung 1999 als Professorin tätig. In dieser Zeit intesivierte sich ihre Juryaktivität bei internationalen Wettbewerben, aber auch auf dem Konzertpodium war sie wieder sehr oft zu erleben.

Nachdem Wanda ihre aktive Konzertkarriere behutsam auslaufen ließ, war Sie nach wie vor bei Meisterklassen und als Professorin insbesondere in Australien gefragt. 1999 ging sie nach Sydney, 2001 wurde sie zusätzlich nach Melbourne berufen. Rührend kümmerte sie sich stets um ihre ehemaligen Schüler und Studenten mit Rat und Tat. Ihr Leben wurde mehrfach verfilmt und sie war eine gefragte Medienpersönlichkeit. Ihren Lebensabend verbrachte Sie in Bremen und Warschau, wo sie am 1. Mai 2018 starb.